Mittwoch, 17. Juni 2015

Er hörte die Hufe nicht mehr. War er weg? Seit Stunden verfolgte er ihn nun schon. So kam es ihm zumindest vor. Eigentlich ist Edvin Fischerskütt ein wohlhabender Händler auf dem Markt von Altdorf. Er hat eine kleine Familie und viele Geschäfte im Land. So kam es, dass er sich persönlich auf den Weg gemacht hatte um sein neustes Geschäft mit einem König von weiter weg zu machen. Es hieß in seinem Land gäbe es Warpsteine. Und diese waren einiges Wert.
Er hörte etwas in der Ferne.
Natürlich hatte er in Altdorf viele Feinde. Schließlich braucht es nicht nur Können um reich zu werden.
Es kam näher.
Doch keiner von ihnen würde ihn töten wollen. Nicht persönlich auf jeden Fall. Und die meisten hatten wohl auch nach ihrem Geschäft mit Edvin nicht mehr genug Geld um einen Auftragsmörder zu engagieren.
Es waren schon wieder diese Hufe.
Edvin kroch hinter einen Stein. Wäre er doch nur nicht durch diesen verfluchten Wald gegangen dann hätten ihn diese Räuber erst gar nicht überfallen können. Jetzt waren alle seine Waren verloren. Verflucht seien sie! Wenn er erst bei der nächsten Stadt angekommen war würde er dafür sorgen dass sie alle getötet werden.
Sein Ärger verschwand mit einem mal als er ein Pferd schnauben hörte.
Auf dem Waldweg war ein einzelner Reiter. Im Mondlicht konnte Edvin einen gehörnten Helm erkennen. Er fand auch dass das Pferd um einiges größer war als die normalen Pferde die er in Altdorf gesehen hatte.
Als er überfallen wurde, hatte er nicht viel Zeit sich die Räuber genau anzusehen. Er dachte sich, es wären nur einfache Rüpel aus dem Norden gewesen. Doch dem war wohl nicht so.
Als er den Reiter atmen hörte gefror ihm sein Blut.
Jetzt konnte er ihn genauer sehen. Er hatte eine eine dicke eiserne Rüstung an und einen Schild mit einem Symbol welches Edvin nicht genau erkannte. Er hörte wieder Hufe doch der Reiter stand still.
Tränen kamen aus seinen Augen als er sah, wie ein zweiter Reiter zu dem ersten kam. Der zweite Reiter begann zu sprechen. Seine Stimme krächzig, instabil. „Hast du ihn schon gefunden?“ Der erste Reiter reagierte nicht. „Also nein. Ich verstehe.“ Der erste Reiter drehte seinen Kopf etwas. „Was konnten die Männer bergen?“ Seine Stimme war tief und ernst. Das Gegenteil des zweiten Reiters. „Nun, wir haben eine Karte gefunden. Es ist auch eine Route markiert.“ Der Reiter zeigte dem anderen die Karte.
Verflucht!“ dachte Edvin. Jetzt wussten diese Wilden auch noch von dem Warpsteinwald. „Der Route zufolge wollten sie dahin wo wir Angroth treffen.“ Der zweite Reiter gab dem ersten die Karte. „Er war wohl eine Art Händler.“
Jetzt wäre der perfekte Moment um zu entkommen. Wenn ich in das tiefe Gebüsch laufe werden sie mich nie einholen.“ dachte Edvin. Er machte sich bereit, schaute noch ein mal über den Stein um sich zu versichern dass beide Reiter noch immer mit der Karte beschäftigt waren und rannte los. Nach der ersten Bewegung schauten beide Reiter direkt in seine Richtung und ritten los. Edvin rannte so schnell wie noch nie was vielleicht daran lag, dass er in seinem sonstigen Alltag nie rennen musste. Zu seinem Unglück blieb sein Fuß an einem Ast hängen und er fiel zu Boden. Die Beiden Reiter hatten ihn schon längst eingeholt als er weinend und zusammengekauert auf dem Boden lag. Der erste Reiter schaute zu dem anderen. „Ich denke wir haben ihn gefunden.“

Er wachte durch einen Schlag in den Bauch auf. Nachdem die Reiter ihn aufgehoben hatten war er wohl in Ohnmacht gefallen. Er an einen Baum gefesselt, umgeben von einer Gruppe von übermenschlich großen Menschen. Alle von ihnen hatten eine graue Plattenrüstung und die verschiedensten Waffen. Jetzt konnte Edvin auch das Symbol auf den Schilden erkennen. Und danach ging es ihm noch schlechter.
Was machten Diener des Chaos hier in dieser Gegend? Und weshalb hatten sie ausgerechnet ihn überfallen?
Er zuckte als sich die Krieger von ihm entfernten. Aus der Menge kam ein einzelner Krieger heraus. Er konnte ihn erkennen. Es war der erste Reiter. „Was wolltest du in diesem Warpsteinwald Mensch?“ Der Krieger kam immer näher auf ihn zu. Edvin war zu verängstigt um zu antworten. „Kein großer Redner? Verstehe.“ Der Krieger rammte Edvin seine Faust in den Magen. „Besser?“
Edvin hustete und rang nach Luft. „Ich...ich werde reden!“
Gut.“ sagte der Krieger. „Oh, wo bleiben denn meine Manieren? Mein Name ist Erebus, Hauptmann von Angroths Schar.“
Manieren? Dieser Narr hat mich grade ausgeraubt!“ dachte er sich.
Doch keine Antwort? Obwohl ich so höflich war.“ Mein einem Ruck landete Erebus' Knie in Edvins Magen. „Bitte! Hört...auf!“
Es kann ja doch reden.“ Erebus lachte. „Ich...*hust*... wollte nur dorthin um meine...um... die Reichtümer meiner Städte zu....vermehren!“ Die Meute schaute ihn an. Er wusste er durfte jetzt nichts falsches sagen. „Oh bitte lasst mich gehen oh Gnädiger!....Ihr bekommt auch...zwanzig Prozent meines Gewinns!“ Edvin bereute es schon diesem Wilden so ein großzügiges Angebot zu machen aber diese Situation war etwas anders als seine üblichen Verhandlungen.
Gold? Nein, so etwas benötigen wir nicht. Du kamst also wirklich nur wegen der Steine richtig?“ Edvin konnte nicht glauben was er da hörte. Nur wegen der Steine? Diese Steine waren mehr Wert als das Leben dieses Rüpels. „In diesem Fall wart ihr leider eine Zeitverschwendung. Erebus zog sein Schwert aus der Scheide.
Wartet!“ rief Edvin. „Bitte tötet mich nicht! Ich habe Kontakte hoch oben in Altdorf! Bitte! Lasst mich in Frieden! Ich kann euch alles erzählen!“ Erebus sah sich den gebrochenen Menschen noch einmal an. „Was könntet ihr erzählen was mich interessieren würde?“
Angeblich...“ Edvin unterbrach als er sich das Schwert des Kriegers ansah. Es war verziert mit einem Bronzenen Griff, ein paar Edelsteinen und dem Abbild eines Schädels. „oh achja... angeblich haben Spione heraus gekriegt, dass etwas sehr merkwürdiges in der Nähe dieses Waldes passiert ist.“ Edvin glaubte selbst nicht die Geschichte mit dem sterbenden Land. Doch dieser Krieger war bestimmt dumm genug darauf reinzufallen. „Sie sagen es läge ein Fluch auf dem Gebiet. Einige behaupten sogar einige Reiter gesehen zu haben, die sich in diese Richtung begeben.“
Erebus wusste was zu tun war. Er musste zu Angroth. „Besetzt die Streitwagen! Reiter ihr kommt mit mir!“
Edvin wusste nicht genau was jetzt passierte. Während sich die Krieger auf die Abreise vorbereiteten fragte er: „Und was wird aus mir?“
Erebus kam uns steckte sein Schwert in die Brust des Händlers.

Vielen Dank nochmal für die Informationen.“ Er saß auf und ritt mit seinen Männern davon. Was Erebus nicht mehr sehen konnte war, dass etwas sie aus dem Schatten beobachtete. Bei seinem letzten Atemzug konnte Edvin es gerade noch erkennen.

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