Er
hörte die Hufe nicht mehr. War er weg? Seit Stunden verfolgte er ihn
nun schon. So kam es ihm zumindest vor. Eigentlich ist Edvin
Fischerskütt ein wohlhabender Händler auf dem Markt von Altdorf. Er
hat eine kleine Familie und viele Geschäfte im Land. So kam es, dass
er sich persönlich auf den Weg gemacht hatte um sein neustes
Geschäft mit einem König von weiter weg zu machen. Es hieß in
seinem Land gäbe es Warpsteine. Und diese waren einiges Wert.
Er
hörte etwas in der Ferne.
Natürlich
hatte er in Altdorf viele Feinde. Schließlich braucht es nicht nur
Können um reich zu werden.
Es
kam näher.
Doch
keiner von ihnen würde ihn töten wollen. Nicht persönlich auf
jeden Fall. Und die meisten hatten wohl auch nach ihrem Geschäft mit
Edvin nicht mehr genug Geld um einen Auftragsmörder zu engagieren.
Es
waren schon wieder diese Hufe.
Edvin
kroch hinter einen Stein. Wäre er doch nur nicht durch diesen
verfluchten Wald gegangen dann hätten ihn diese Räuber erst gar
nicht überfallen können. Jetzt waren alle seine Waren verloren.
Verflucht seien sie! Wenn er erst bei der nächsten Stadt angekommen
war würde er dafür sorgen dass sie alle getötet werden.
Sein
Ärger verschwand mit einem mal als er ein Pferd schnauben hörte.
Auf
dem Waldweg war ein einzelner Reiter. Im Mondlicht konnte Edvin einen
gehörnten Helm erkennen. Er fand auch dass das Pferd um einiges
größer war als die normalen Pferde die er in Altdorf gesehen hatte.
Als
er überfallen wurde, hatte er nicht viel Zeit sich die Räuber genau
anzusehen. Er dachte sich, es wären nur einfache Rüpel aus dem
Norden gewesen. Doch dem war wohl nicht so.
Als
er den Reiter atmen hörte gefror ihm sein Blut.
Jetzt
konnte er ihn genauer sehen. Er hatte eine eine dicke eiserne Rüstung
an und einen Schild mit einem Symbol welches Edvin nicht genau
erkannte. Er hörte wieder Hufe doch der Reiter stand still.
Tränen
kamen aus seinen Augen als er sah, wie ein zweiter Reiter zu dem
ersten kam. Der zweite Reiter begann zu sprechen. Seine Stimme
krächzig, instabil. „Hast du ihn schon gefunden?“ Der erste
Reiter reagierte nicht. „Also nein. Ich verstehe.“ Der erste
Reiter drehte seinen Kopf etwas. „Was konnten die Männer bergen?“
Seine Stimme war tief und ernst. Das Gegenteil des zweiten Reiters.
„Nun, wir haben eine Karte gefunden. Es ist auch eine Route
markiert.“ Der Reiter zeigte dem anderen die Karte.
„Verflucht!“
dachte Edvin. Jetzt wussten diese Wilden auch noch von dem
Warpsteinwald. „Der Route zufolge wollten sie dahin wo wir Angroth
treffen.“ Der zweite Reiter gab dem ersten die Karte. „Er war
wohl eine Art Händler.“
„Jetzt
wäre der perfekte Moment um zu entkommen. Wenn ich in das tiefe
Gebüsch laufe werden sie mich nie einholen.“ dachte Edvin. Er
machte sich bereit, schaute noch ein mal über den Stein um sich zu
versichern dass beide Reiter noch immer mit der Karte beschäftigt
waren und rannte los. Nach der ersten Bewegung schauten beide Reiter
direkt in seine Richtung und ritten los. Edvin rannte so schnell wie
noch nie was vielleicht daran lag, dass er in seinem sonstigen Alltag
nie rennen musste. Zu seinem Unglück blieb sein Fuß an einem Ast
hängen und er fiel zu Boden. Die Beiden Reiter hatten ihn schon
längst eingeholt als er weinend und zusammengekauert auf dem Boden
lag. Der erste Reiter schaute zu dem anderen. „Ich denke wir haben
ihn gefunden.“
Er
wachte durch einen Schlag in den Bauch auf. Nachdem die Reiter ihn
aufgehoben hatten war er wohl in Ohnmacht gefallen. Er an einen Baum
gefesselt, umgeben von einer Gruppe von übermenschlich großen
Menschen. Alle von ihnen hatten eine graue Plattenrüstung und die
verschiedensten Waffen. Jetzt konnte Edvin auch das Symbol auf den
Schilden erkennen. Und danach ging es ihm noch schlechter.
Was
machten Diener des Chaos hier in dieser Gegend? Und weshalb hatten
sie ausgerechnet ihn überfallen?
Er
zuckte als sich die Krieger von ihm entfernten. Aus der Menge kam ein
einzelner Krieger heraus. Er konnte ihn erkennen. Es war der erste
Reiter. „Was wolltest du in diesem Warpsteinwald Mensch?“ Der
Krieger kam immer näher auf ihn zu. Edvin war zu verängstigt um zu
antworten. „Kein großer Redner? Verstehe.“ Der Krieger rammte
Edvin seine Faust in den Magen. „Besser?“
Edvin
hustete und rang nach Luft. „Ich...ich werde reden!“
„Gut.“
sagte der Krieger. „Oh, wo bleiben denn meine Manieren? Mein Name
ist Erebus, Hauptmann von Angroths Schar.“
„Manieren?
Dieser Narr hat mich grade ausgeraubt!“ dachte er sich.
„Doch
keine Antwort? Obwohl ich so höflich war.“ Mein einem Ruck landete
Erebus' Knie in Edvins Magen. „Bitte! Hört...auf!“
„Es
kann ja doch reden.“ Erebus lachte. „Ich...*hust*... wollte nur
dorthin um meine...um... die Reichtümer meiner Städte
zu....vermehren!“ Die Meute schaute ihn an. Er wusste er durfte
jetzt nichts falsches sagen. „Oh bitte lasst mich gehen oh
Gnädiger!....Ihr bekommt auch...zwanzig Prozent meines Gewinns!“
Edvin bereute es schon diesem Wilden so ein großzügiges Angebot zu
machen aber diese Situation war etwas anders als seine üblichen
Verhandlungen.
„Gold?
Nein, so etwas benötigen wir nicht. Du kamst also wirklich nur wegen
der Steine richtig?“ Edvin konnte nicht glauben was er da hörte.
Nur wegen der Steine? Diese Steine waren mehr Wert als das Leben
dieses Rüpels. „In diesem Fall wart ihr leider eine
Zeitverschwendung. Erebus zog sein Schwert aus der Scheide.
„Wartet!“
rief Edvin. „Bitte tötet mich nicht! Ich habe Kontakte hoch oben
in Altdorf! Bitte! Lasst mich in Frieden! Ich kann euch alles
erzählen!“ Erebus sah sich den gebrochenen Menschen noch einmal
an. „Was könntet ihr erzählen was mich interessieren würde?“
„Angeblich...“
Edvin unterbrach als er sich das Schwert des Kriegers ansah. Es war
verziert mit einem Bronzenen Griff, ein paar Edelsteinen und dem
Abbild eines Schädels. „oh achja... angeblich haben Spione heraus
gekriegt, dass etwas sehr merkwürdiges in der Nähe dieses Waldes
passiert ist.“ Edvin glaubte selbst nicht die Geschichte mit dem
sterbenden Land. Doch dieser Krieger war bestimmt dumm genug darauf
reinzufallen. „Sie sagen es läge ein Fluch auf dem Gebiet. Einige
behaupten sogar einige Reiter gesehen zu haben, die sich in diese
Richtung begeben.“
Erebus
wusste was zu tun war. Er musste zu Angroth. „Besetzt die
Streitwagen! Reiter ihr kommt mit mir!“
Edvin
wusste nicht genau was jetzt passierte. Während sich die Krieger auf
die Abreise vorbereiteten fragte er: „Und was wird aus mir?“
Erebus
kam uns steckte sein Schwert in die Brust des Händlers.
„Vielen
Dank nochmal für die Informationen.“ Er saß auf und ritt mit
seinen Männern davon. Was Erebus nicht mehr sehen konnte war, dass
etwas sie aus dem Schatten beobachtete. Bei seinem letzten Atemzug
konnte Edvin es gerade noch erkennen.
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