Mittwoch, 17. Juni 2015

Der Boden unter Mercuroths Stiefeln wurde immer matschiger. Er sah sich um. Die Bäume waren schon lange tot. Auf einem der grauen Äste lagen die Überreste einer toten Katze. Über ihr flogen ein dutzend Fliegen. Sie gingen nun schon zu lang an diesem Waldrand entlang. „Dort lang!“ Angroth hob sein Schwert und zeigte in Richtung einer weiten Wiese. „Wartet! Hört ihr das auch?“ Zael blickte sich um. „Das Zittern der Bauern? Die knurrenden Wölfe?“ Zael reagierte nicht auf Mercuroths Bemerkung. Er wusste wovon er sprach. Er konnte sie riechen. Die Menschen. „Wir bekommen Gesellschaft.“ Zael hob seine Axt und legte seinen Schild an. Als Angroth Pferde hörte zog er sein Schwert. „Zael hat recht. Ich kann sie auch hören.“ Mercuroth nahm seine Axt von seinem Rücken. Die restlichen Krieger zogen ihre Waffen. „Blut für den Blutgott.... Schädel für den Schädelthron.... Blut für den Blutgott... “ Angroth sah nicht nach wer da vor sich hin murmelte. Er wusste wer es war. Nun waren die Menschen schon in seiner Blickreichweite. Er sah eine Flagge die im Wind wehte und viele Hellebarden die gen Himmel gerichtet waren. Sie hatten wohl auch Kinder dabei. Zumindest waren einige von ihnen klein doch er war sich sicher dass es keine Zwerge waren. Zael konnte den Angstschweiß der Barbaren riechen. Es widerte ihn an dass er sie nicht gleich schon umbringen durfte. Mangar zog sein Schwert als letzter. Mit dem Flegel in der einen und dem Schwert in der anderen Hand blickte er dem Feind entgegen. Zael musterte seinen Feind sofort. Er beobachtete wie einer der Männer die Hand hob und alle anderen sofort stehen blieben. Disziplin hatten sie das musste man ihnen lassen.
Der Mann schritt vor. „Im Namen des Grafen Klaus von Sternberg befehle ich euch Gesindel uns den Weg frei zu machen.“ Der Mann sah sich erst jetzt die Krieger vor ihm genauer an. Als er den achtzackigen Stern auf den Schilden seiner Feinde bemerkte ging er ein paar Schritte zurück. Stille. Die beiden Fraktionen standen sich nun inmitten einer Wiese gegenüber. Zaels Lachen brach die Stille. „Genug!“ Der Hauptmann der Staatstruppen zog sein Schwert. „Bogenschützen....“ Ohne ein Kommando marschierten die Krieger sofort ihrem Gegner entgegen. „...Feuer!“ Die Pfeile prallten an den Rüstungen der Krieger ab ohne einen Kratzer zu hinterlassen. Auch die Barbaren stürmten auf ihre Gegner zu. Mangar konnte grade noch sehen wie die Reiter Pistolen zückten und diese sofort auf seine Einheit abfeuerten. Die Kugeln zerfetzen das Fleisch der Barbaren. Mangar sah mit entsetzen eine weitere Salve Pfeile am Himmel. Doch dieses mal kamen sie auf seinen Trupp zu. Die Pfeile bohrten sich durch das schwache Fleisch der Barbaren und ließ Mangar nur mit einer Handvoll Männern zurück. Angroth sah wie die Halblinge weitere Pfeile aus ihren Köchern zogen. „Jetzt!“ Einige Barbaren zerschnitten die Fesseln der Wölfe woraufhin diese auf die Halblinge losrannten. Als die Bogenschützen das sahen zielten sie auf die Hunde. Ihre Hände zitterten bei dem Anblick dieser Wölfe. „Feuer!“ Die Sehnen ihrer Bögen waren gespannt. Sie wollten diese widerlichen Kreaturen unbedingt vernichten. Doch irgendetwas hielt die auf. Der Hauptmann blickte die Halblinge verärgert an. „Feuer habe ich gesagt! Hört ihr schlecht?“ In dem Moment als sie die Pfeile abschießen wollten sprangen die Wölfe sie an. „Reihen halten!“ Die Befehle des Hauptmanns waren auf der gesamten Wiese zu hören. Angroth und seine Männer waren nur noch wenige Meter entfernt. Zael war der erste der Kontakt mit den Hellebardenträgern machte. Mit einer unbeschreiblichen Hingabe metzelte er sich durch die Reihen an Hellebardieren. Die Pistoliere schossen noch ein letztes mal auf die verbleibenden Barbaren und töteten wieder einige von ihnen. Mangar hatte schon so lange auf eine gute Schlacht gewartet. Heute würde er den Flegel sprechen lassen. Die Waffen der Barbaren fanden ihr Ziel. Metallkugeln zerschmetterten Schädel, Haken rissen die Haut der Pferde auf und Messer wurden in die Herzen der Reiter getrieben. Angroth stand vor dem Hauptmann. „Irgendwelche letzten Worte Chaos Abschaum?“ Angroth hob sein Schwert. „Fangen wir an?“ Der Hauptmann stürmte auf Angroth los und hob seinen Zweihänder über seinen Kopf. Als das Schwert auf das Schild des Kriegers stoß sprühten Funken vom Aufprall in alle Richtungen. Weitere Hiebe des Hauptmanns folgten und kratzen an der Farbe von Angroths Schild. Mit einem einfachen Hieb schlitze Angroth den Bauch des Hauptmanns auf. Als der Hauptmann ungläubig auf die offene Wunde starrte ließ Angroth sein Schild senken. Der Hauptmann nahm all seine Kraft zusammen und griff in die Halterung an seinem Rücken. „Sohn einer billigen...“ Der Rest seines Satzes wurde von dem lauten Schuss seiner Pistole übertönt. Durch die Wucht des Schusses sank Angroth zusammen. „Wir sehen uns in der Hölle kleiner...hahahaha...“ Das Lachen des Hauptmanns wurde beendet als Mercuroth seinen Kopf von seinen Schultern befreite. „Angroth alles in Ordnung mit dir?“ Keine Antwort. „Verflucht. Ich bringe dich hier raus.“ Mercuroth nahm Angroth hoch und brachte ihn aus dem Getümmel. „Angroth sag etwas! Sprich!“ Aus dem Rauch in dem der Kampf stattfand blickte eine Person die beiden an. Unter seinem Blutverschmierten Helm verbarg sich ein breites Grinsen.

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